Wing Tzun

    Wing Tzun ist ...

        • Selbstverteidigung in ihrer konsequentesten Form.
        • das ausgeklügelste Selbstverteidigungssystem, das Menschen jemals entwickelt haben.
        • ist nicht auf physischer Stärke oder akrobatischen Fähigkeiten basiert und erlaubt deshalb einer physisch schwächeren Person, sich effektiv zu verteidigen.
        • ist die Lehre, die Kraft des Gegners auszunutzen und gegen ihn selbst zu verwenden
        • die Ableitung von Bewegungen aus den Tastreflexen, die durch den Angriff des Gegners bestimmt werden.
        • gegen optische Finten unempfindlich.
        • schnell erlernbar.
        • ist eine Anwendung der »Verhältnismäßigkeit der Mittel« nach den jeweilgen Erfordernissen.
        • ein komplettes Kampfkunstsystem.

        Wing Tzun bietet ...

        • die beste Selbstverteidigung.
        • das Trainieren von Reflexen und Reaktionen.
        • Konzentrationsübungen.
        • das Üben von Atmung und Meditation.
        • Fitness- und Konditionstraining.
        • Selbstvertrauen und Entspannung.
        • eine praktische Lebensphilosophie.
        • Treffen mit lustigen, interessanten Leuten.
        • freudigen Zeitvertreib.
        • eine bessere Gesundheit.

        Die Geschichte des Wing Tzun*

        Die Kampfkunst Wing Tzun wurde vor mehr als 250 Jahren in China von der Nonne Ng Mui und der schönen Yim Wing Tzun entwickelt, die dieser Kampfkunst ihren Namen gab.

        Dank ihrer hoch entwickelten Kampfkunsttechniken konnten diese zwei Frauen Kämpfe gegen die stärksten Männer ihrer
        Zeit gewinnen. Seit dieser Zeit wurde Wing Tzun nur an Familienmitglieder und enge Vertraute weitergegeben. Der Großmeister Yip Man, welcher 1972 starb, war der letzte Wing-Tzun-Lehrer, der ausschließlich chinesische Studenten unterrichtete. Heute gibt es Tausende von Mitgliedern weltweit (in mehr als 56 Ländern), die dieses Kampfkunstsystem lernen, das durch Leung Ting, Yip Mans letzten Meisterschüler (Closed-Door-Student) weiterentwickelt wurde.

        Der erste europäische Ausbilder, Dai-Sifu K. R. Kernspecht brachte vor 20 Jahren das Wing-Tzun-System nach Europa und hat seitdem mehrere Generationen hoch qualifizierter Kampfkunstausbilder in Europa unterrichtet.

         

        * Zahlreiche andere Schreibweisen sind ebenso gebräuchlich, so z. B. Wing Tsun (W.T.), Wyng Tjun, Ving Tsun (V.T.), Dynamic Ving Tshun (DVT), Wing Chung, Wing Shun, Wing Tsung, Wing Tsjun, Wing Tjuen, Ving Chun (VC), etc.

        Die Ökonomie
        des Wing Tzun

        Weniger ist mehr!

        Anzahl der Bewegungen

        Wing Tzun ist so konzipiert, dass man einen Kampf effektiv mit wenigen Bewegungen führen kann. Die beste Selbstverteidigung ist diejenige, die die meisten Angriffe mit der geringsten Anzahl von Bewegungen abwehren kann!

        Gleichzeitigkeit der Bewegungen

        Wir können bis zu drei verschiedene Bewegungsmuster gleichzeitig ausführen.

        Die vier Wege der Kraft

        Im Umgang mit der Kraft gibt es vier Prinzipien im Wing Tzun:

        1. Befreie dich von deiner eigenen Kraft

        2. Befreie dich von der Kraft deines Gegners

        3. Nutze die Kraft des Gegners

        4. Füge deine eigene Kraft zur Kraft des Gegners hinzu.

        Durch intensives Üben lernt der Schüler die Energie des Angriffs für seine Abwehr zu nutzen. Die Körperteile, die mit dem gegnerischen Angriff in Kontakt kommen (Arme / Beine), werden durch die Kraft des Gegners so unter Spannung gesetzt, daß sie die volle Kraft des Angriffs direkt in den Angreifer zurückleiten.

        Ketten-Fauststöße:

        Sobald ein(e) Wing-Tzun-Kämpfer(in) seinen/ihren Vorteil durch einen Schlag erreicht hat, hört er/sie nicht auf zu schlagen, sondern lässt weitere Ketten-Fauststöße folgen. Das ist eine der wirksamsten Armtechniken überhaupt. Traditionelle Kampfkünste haben keine Abwehr gegen sie. Die schnelle Reihenfolge von Schlägen überwältigt die Kapazitäten des Gegners, um die Informationen zu verarbeiten, so dass er plötzlich in eine Verteidigungslage getrieben wird.

        Die »Universallösung«, die »Zentrallinie«, usw. – Die Ökonomie des Wing Tzun ist immer anwendbar und begeistert deshalb selbst fortgeschrittene Schüler.

        Die drei Teile
        des Trainings

        1. Formen

        Formen sind grundlegende, natürliche, traditionelle Bewegungsabfolgen, die zu Selbstverteidigungszwecken zusammengestellt worden sind. Sie tragen zu vollkommener Entspannung, Meditation und zum Wohlergehen bei.

        2. Chi Sao (»Klebende Arme«)

        Wing Tzun ist die einzige Kampfkunst, die durch die einzigartige Übung der Tastreflexe gekennzeichnet ist. Chi Sao Verteidigungsreflexe werden in einem sehr direkten und mechanischen Weg durch den Angriff des Gegners hervorgerufen. So sind sie immer genau auf die Situation angepasst. Chi-Sao-Reflexe sind viel schneller als optisches Reagieren und erlauben einem Wing-Tzun-Kämpfer sogar, sich blind zu verteidigen.

        Chi Sao ist der Leim, der einzelne Bewegungen fließend verbindet, die nicht vorbestimmt sind. Dadurch schließt der Wing-Tzun-Kämpfer seine Deckung, angepasst an die jeweilige Situation. Ohne Chi Sao würde Wing Tzun nur aus einer Ansammlung von einzelnen Techniken oder toten Bewegungsmustern bestehen. Daher ist Chi Sao die wirkliche Seele des Wing Tzun!

        3. Lat Sao (»Freier Kampf«)

        Das Ziel von Wing Tzun ist, Kämpffähigkeit zu entwickeln. Im Lat Sao lernt der Wing-Tzun-Schüler sich angstfrei einem Kampf »eins gegen eins« zu stellen. Er kann sein Können überprüfen ohne Furcht seinen Partner zu verletzen, somit ist Lat Sao ein wichtiger und motivierender Teil des Wing Tzun.

        Wing Tzun ist nicht nur ein ausgeklügeltes Kampfkunstsystem, sondern auch eine intelligente Art und
        Weise zu lernen.


        Der Kampf

        Die fünf Phasen des Kampfes

        In einer realen Selbstverteidigungssituation gibt es keine Regeln! Deshalb legen wir im Wing Tzun auf konsequentes Training wert, das so vollständig wie möglich sein sollte, und alle fünf Distanzen beinhaltet, die Teil einer Kampfsituation sein können.

        1. Phase
        Kämpfen mit den Füßen (Trittdistanz)

        2. Phase
        Kämpfen mit den Händen (Schlagdistanz)

        3. Phase
        Kämpfen mit Knie und Ellbogen

        4. Phase
        Halten, Werfen, Gegenwerfen, Würgen

        5. Phase
        Bodenkampf

        Derjenige, der in irgendeiner, der obengenannten Situationen kämpft, kann die Wing-Tzun-Prinzipien erfolgreich anwenden. Aus diesem Grund wenden sich viele Kampfkünstler dem Wing Tzun zu. Im Wing-Tzun-Training werden die Schläge, Tritte usw. mit leichtem Kontakt durchgeführt, so dass die Verletzungsgefahr minimiert wird.

        »Wing Tzun fängt dort an, wo andere Stile aufhören: beim kompromisslosen Nahkampf!« (Klug)

        Die vier Prinzipien
        im Wing Tzun

        Das Wing-Tzun-System:

        Wing Tzun ist keine Ansammlung von vielen einzelnen Techniken, sondern ein komplettes Kampfkunstsystem. Wing Tzun folgt der Strategie der aggressiven
        Verteidigung.

        Das wichtigste des Wing-Tzun-Systems sind die vier Prinzipien:

        1. Wenn der Weg frei ist, stoße zu!

        2. Bekommst du Kontakt mit deinem Gegner, bleibe kleben!

        3. Ist die Kraft des Gegners größer, gib nach!

        4. Wenn sich der Gegner zurückzieht, folge ihm!

        Wing Tzun Lehrer

          Großmeister Yip Man

          Der wahre Großmeister des Wing Tzun war Yip Man. Er wurde von der gesamten Kung-Fu-Welt anerkannt.

          Großmeister Yip Man schenkte weder den überflüssigen Eitelkeiten des Lebens, wie Ruhm und Glück, große Aufmerksamkeit, noch legte er das arrogante und verächtliche Verhalten mancher Kung-Fu-Lehrer an den Tag.
          Seine Gabe einem mit Besonnenheit zu begegnen, seine Aufrichtigkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft waren überall bekannt.

          Als wahrer Gentleman und Gelehrter verkörperte er Gelassenheit und Vornehmheit.

          Seine Gespräche, im Akzent des Fatshan-Dialektes, zeigten seinen sorglosen und immer freundlichen Charakter.

          Dai-Sifu Emin Boztepe

          Emin Boztepe, geboren 17. Juli 1962, ist ein amerikanischer Kampfkünstler türkischer Herkunft.

          Boztepe wurde in Eskisehir, Türkei, als das zweite von sechs Kindern geboren. Im Alter von vier Jahren, zog seine Familie, die ursprünglich aus dem Dorf Bağlıca Emirdağ stammt, nach Deutschland .

          In seiner frühen Jugend war er oft mit rassistischen Übergriffen und Beleidigungen konfrontiert. Weshalb er 1976, im Alter von 14 Jahren, mit dem Studium der Kampfkünste begann, darunter Judo, Shotokan Karate, Ringen, Muay Thai und traditionelles Boxen.

          1980 wurde er von Wing Tzun in den Bann gezogen  als er in Kiel einer Demonstration von Keith R. Kernspecht zusah. Es war Liebe auf den ersten Blick und die natürlichen Abläufe passten zu seinem persönlichen Wesen.

          Durch persönliche Kontroversen mit der deutschen Wing Tsun Organisation von Kernspecht (EWTO) ausgelöst, gründete er später seine eigene Organisation EBMAS – Emin Boztepe Martial Arts System.

          © 2015  EBMAS Wing Tzun Schule Nürnberg
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